F. C. Delius
Für eine erste Bestellung beim
ersten Rendezvous wäre die Wahl dieses Cocktails ziemlich frech. Welche
Dame möchte schon beim Bestellen des Getränks eine überdeutliche
Aufforderung suggerieren? Welcher Herr sein vielleicht gerade erst aufblühendes
Begehren in die unhöfliche Form eines Imperativs kleiden?
Jeder Cocktail spricht, bevor er gemixt und serviert und getrunken wird, eine bestimmte Sprache. Bevor wir das Getränk schmecken, schmecken wir seinen Namen, den Wort-Mix mit seinen Assoziationen. "Pick me up" ist also etwas für Leute, die wissen, was sie wollen. Oder für Paare, die sich schon länger kennen, die vielleicht etwas müde und lustlos miteinander geworden sind. Mit diesem Cocktail wird die Auffrischung beginnen. Wenn sich zwei lange in die Augen schauen und eine oder einer dann "Pick me up" bestellt, dann kann der Cocktail oder der Coitus oder eine Liebeserklärung oder alles zusammen gemeint sein. Doppeldeutigkeiten lohnen immer.
Was dann serviert wird, leuchtet rot und vielversprechend selbst in den dunkleren Ecken der Bar. Das Rot des Granatapfels und des Angostura Bitters ist eher blass als knallig, ein Extrakt von Naturfarben. Es ist das helle Rot einer frischen Liebe, verhalten aufdringlich und doch schön kitschig.
Ein Rot, das auch nach dem ersten Schluck noch lange angeschaut werden will, weil der Kontrast zwischen der Süße der Farbe und dem herben Geschmack geheimnisvoll bleibt. Wie sich hier, auf der Basis eines soliden Sekts, zwischen den bitteren Akzenten des Angosturas und der Grenadine, die Wärme des Cognacs mit der Kühle der Zitrone ausbalanciert - besser hätten die Götter der Barmixer den einladenden Imperativ "Pick me up" nicht abfedern können.
Jeder Cocktail spricht, bevor er gemixt und serviert und getrunken wird, eine bestimmte Sprache. Bevor wir das Getränk schmecken, schmecken wir seinen Namen, den Wort-Mix mit seinen Assoziationen. "Pick me up" ist also etwas für Leute, die wissen, was sie wollen. Oder für Paare, die sich schon länger kennen, die vielleicht etwas müde und lustlos miteinander geworden sind. Mit diesem Cocktail wird die Auffrischung beginnen. Wenn sich zwei lange in die Augen schauen und eine oder einer dann "Pick me up" bestellt, dann kann der Cocktail oder der Coitus oder eine Liebeserklärung oder alles zusammen gemeint sein. Doppeldeutigkeiten lohnen immer.
Was dann serviert wird, leuchtet rot und vielversprechend selbst in den dunkleren Ecken der Bar. Das Rot des Granatapfels und des Angostura Bitters ist eher blass als knallig, ein Extrakt von Naturfarben. Es ist das helle Rot einer frischen Liebe, verhalten aufdringlich und doch schön kitschig.
Ein Rot, das auch nach dem ersten Schluck noch lange angeschaut werden will, weil der Kontrast zwischen der Süße der Farbe und dem herben Geschmack geheimnisvoll bleibt. Wie sich hier, auf der Basis eines soliden Sekts, zwischen den bitteren Akzenten des Angosturas und der Grenadine, die Wärme des Cognacs mit der Kühle der Zitrone ausbalanciert - besser hätten die Götter der Barmixer den einladenden Imperativ "Pick me up" nicht abfedern können.
2 cl Cognac
Dash Angostura
Dash Grenadine
1 cl Zitronensaft
10 cl Sekt

Mclovla